Tchibo UMTS-Stick

Anfang Dezember 2008 gab es bei Tchibo ein Angebot über einen UMTS-Stick für 49€ incl. Prepaid SIM-Karte und Datenflat für einen Monat. Damit sind 10GB Volumen mit bis zu 3,6Mbit und darüber hinaus mit GPRS-Geschwindigkeit gemeint. Man kann jeden Monat aufs neue entscheiden ob man die Flatrate für 19,90€, 500MB Volumen für 9,90€ oder garnichts, also Abrechnung zum Minutenpreis haben will. Tchibo verkauft eigentlich nur ein Angebot von O2 für 5€ weniger im Monat. Der O2 Surf Stick ist ein Huawei E160 Modem.

* Anleitung zum Stick

Einwahldaten

  • Einwahlnummer: *99#
  • APN (Zugangspunkt): webmobil1
  • Benutzer, Passwort: <leer>

Quelle: http://www.teltarif.de/forum/x-internet/3702-2.html

Aufladen

Beschreibt das Aufladen per SMS-Lastschrift, weil ich keine Lust habe, mir den ganzen Quatsch jedes mal aufs neue rauszusuchen. Für die Lastschrift muss man sich vorher anmelden (email + Kontodaten).

    1. „Ich bin bereits angemeldet und möchte mein Handy jetzt gleich aufladen.“ –> „weiter“
      • Mailadresse + Passwort + Captcha eingeben
        • „Sie können den Vouchercode (Geheimnummer zur Guthabenaufladung) aus Sicherheitsgründen nur an eines der Handys senden lassen, deren Rufnummern Sie bei Ihrer Anmeldung angegeben haben. Natürlich können Sie aber jedes Handy mit dem erhaltenen Code aufladen.“
        • „Wir senden Ihnen den Vouchercode sofort zu und buchen Ihnen das Geld von Ihrem Konto innerhalb der nächsten 3 Werktage ab. Bitte sorgen Sie für ausreichende Deckung Ihres Kontos.“
      • Weiter
        • „Wählen Sie den gewünschten Betrag des Online-Guthabens aus:
          1. 10€ (für den 500MB Volumentarif)
          2. 15€
          3. 20€ - die Flatrate kostet 19,90€
          4. 30€
        • An welche Handy-Nummer soll der Vouchercode per SMS gesendet werden?
      • Nummer aus Liste auswählen, dann Weiter
      • Es werden nochmal alle eingegebenen Daten angezeigt –> Haken bei „AGB gelesen“ setzen + Bestellung abschicken
  • SMS von „M-Guard@“ abwarten
    1. Aufladenummer kopieren
    2. Klick: „Guthaben verwalten“
    3. Klick: „Guthaben aufladen“
    4. Aufladeocode einfügen + OK klicken.
  • SMS mit Aufladebestätigung abwarten
  • neue SMS an 7777 (kostenlos)
    1. Text: „START DATENFLAT“
  • SMS mit Rückfrage abwarten
  • Antworten oder neue SMS an 7777 (kostenlos)
    1. Text: „JA DATENFLAT“
  • Bestätigungs SMS abwarten → alles gut

Die ganze Prozedur findet man auch im Handbuch zum UMTS-Stick.

Der Stick: Huawei E160

Bei der Hardware handelt es sich um das UMTS-Modem E160 von Huawei. Es schafft bis zu 3,6Mbit und hat einen Antennenanschluss sowie einen Speicherkartenleser für Micro-SD Karten. Die SIM-Karte wird über eine kleine Blechschublade auf der Steckerseite des Sticks eingelegt.


Antennenanschluss

Micro-SD Cardreader

Test mit 512MB Karte aus einem Mobiltelefon.

Ubuntu-eee

Karte anstecken und /var/log/messages verfolgen:

Feb 24 12:20:56 eeepc kernel: [  157.297409] scsi6 : SCSI emulation for USB Mass Storage devices
Feb 24 12:21:00 eeepc kernel: [  161.297426] scsi7 : SCSI emulation for USB Mass Storage devices
–> Also zwei USB-MAssenspeicher erkannt.

  1. „eingebaute“ CD-ROM mit Windows-Treibern und Verbindungsassistenten
  2. Kartenleser

schauen wir weiter:

Feb 24 12:21:05 eeepc kernel: [  166.295569] scsi 7:0:0:0: Direct-Access     HUAWEI   MMC Storage      2.31 PQ: 0 ANSI: 2
Feb 24 12:21:05 eeepc kernel: [  166.300527] sd 7:0:0:0: [sdc] 990976 512-byte hardware sectors (507 MB)
Feb 24 12:21:05 eeepc kernel: [  166.303512] sd 7:0:0:0: [sdc] Write Protect is off
Feb 24 12:21:05 eeepc kernel: [  166.312479] sd 7:0:0:0: [sdc] 990976 512-byte hardware sectors (507 MB)
Feb 24 12:21:05 eeepc kernel: [  166.315635] sd 7:0:0:0: [sdc] Write Protect is off
Feb 24 12:21:05 eeepc kernel: [  166.315667]  sdc: sdc1
Feb 24 12:21:05 eeepc kernel: [  166.321224] sd 7:0:0:0: [sdc] Attached SCSI removable disk
Der Gerätename verrät es schon: „HUAWEI MMC Storage“ - da ist der Kartenleser. Weiterhin erfahren wir: er hängt an sdc und hat genau eine Partition: sdc1. Der Versuch das Gerät einzuhängen:

miq@eeepc:/$ sudo mkdir /mnt/sdc1
miq@eeepc:/$ sudo mount /dev/sdc1 /mnt/sdc1
miq@eeepc:/$ cd /mnt/sdc1/
miq@eeepc:/mnt/sdc1$ ls -gotrh
insgesamt 96K
-rwxr-xr-x 1 4,0K 2006-06-02 16:50 @samsung.ess
drwxr-xr-x 2  16K 2007-09-13 21:14 Sounds
drwxr-xr-x 2  16K 2007-09-13 21:14 Other files
drwxr-xr-x 6  16K 2007-11-18 20:25 Music
drwxr-xr-x 3  16K 2007-11-29 21:36 Images
drwxr-xr-x 2  16K 2007-12-05 10:34 Videos
miq@eeepc:/mnt/sdc1$ 

funtioniert. Seltsamerweise wird der Massenspeicher nicht von dbus erkannt?

Windows XP

Nach der Treiberinstallation kann die Karte als USB-Massenspeicher angesprochen werden.

Betrieb unter Linux

Der E160 funktioniert tadellos unter Linux. Beobachtet man das Syslog beim anstecken, bekommt man in etwa folgendes zu sehen:

tail -f /var/log/messages

[  144.626057] usb 5-6: new high speed USB device using ehci_hcd and address 2
[  144.769465] usb 5-6: configuration #1 chosen from 1 choice
[  144.921234] usbcore: registered new interface driver libusual
[  144.963615] usbcore: registered new interface driver usbserial
[  144.963662] /home/adamm/git/ubuntu-hardy/debian/build/custom-source-eeepc/drivers/usb/serial/usb-serial.c: USB Serial support registered for generic
[  144.963725] usbcore: registered new interface driver usbserial_generic
[  144.963732] /home/adamm/git/ubuntu-hardy/debian/build/custom-source-eeepc/drivers/usb/serial/usb-serial.c: USB Serial Driver core
[  144.976972] Initializing USB Mass Storage driver...
[  144.979100] usb 5-6: USB disconnect, address 2
[  144.981178] scsi2 : SCSI emulation for USB Mass Storage devices
[  144.981940] /home/adamm/git/ubuntu-hardy/debian/build/custom-source-eeepc/drivers/usb/serial/usb-serial.c: USB Serial support registered for airprime
[  145.030273] usbcore: registered new interface driver airprime
[  145.031277] usbcore: registered new interface driver usb-storage
[  145.031290] USB Mass Storage support registered.
[  147.267654] usb 5-6: new high speed USB device using ehci_hcd and address 3
[  147.411143] usb 5-6: configuration #1 chosen from 1 choice
[  147.412623] airprime 5-6:1.0: airprime converter detected
[  147.413025] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB0
[  147.414916] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB1
[  147.415264] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB2
[  147.415999] airprime 5-6:1.1: airprime converter detected
[  147.416334] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB3
[  147.416622] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB4
[  147.416911] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB5
[  147.417433] airprime 5-6:1.2: airprime converter detected
[  147.417793] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB6
[  147.423898] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB7
[  147.424282] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB8
[  147.424778] airprime 5-6:1.3: airprime converter detected
[  147.425086] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB9
[  147.425367] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB10
[  147.425641] usb 5-6: airprime converter now attached to ttyUSB11
[  147.659442] /home/adamm/git/ubuntu-hardy/debian/build/custom-source-eeepc/drivers/usb/serial/usb-serial.c: USB Serial support registered for GSM modem (1-port)
[  147.660372] usbcore: registered new interface driver option
[  147.660383] /home/adamm/git/ubuntu-hardy/debian/build/custom-source-eeepc/drivers/usb/serial/option.c: USB Driver for GSM modems: v0.7.1

Der Stick meldet sich also ganz normal als GSM-Modem an. Eigentlich könnte man das Gerät jetzt wie ein Analogmodem mit pppd oder einem passenden Frontend wie Kppp oder Gnome-PPP ansprechen, wenn da nicht die SIM-Karte mit ihrer PIN wäre. Die muss irgendwie per AT-Kommandos in den Stick. Das kann man:

  1. über AT-Kommandos und pppd-skripte, aber schön ist das nicht. Anleitung dazu (beziehen sich auf andere Karten, sollte übertragbar sein) Daraus kann man vielleicht nen kleinen UMTS-Router bauen?:
  2. Auf die PIN verzichten. Einmal den Stick an einen Windows-Rechner stecken, und mit der Connection-Software die PIN-Abfrage deaktivieren. Nicht empfehleswert, wenn man bedenkt dass der Stick verloren gehen kann.
  3. über eine Art „Einwahlsoftware“ um die PIN Abzufragen und um vielleicht auch eine komfortable Möglichkeit zu haben den APN auszuwählen:
    • Network-Manager 0.7 (z.B. ab Ubuntu 8.10 dabei)
    • UMTSmon (Sidux: in den Repos, Ubuntu: kompiliertes Binary)

Betrieb unter Ububntu-eee 8.04.1 auf dem Eee-PC 900A

Ab der Network Manager Version 0.7 kann dieser auch „mobile Breitbandverbindungen“ herstellen. Ubuntu 8.04 bringt leider nur die Version 0.6.6 mit. Die einfachste Lösung die ich gefunden habe ist UMTSmon. Auf der Projektseite lassen sich vorkonfigurierte Binaries herunterladen. Das Tool benötigt ein paar QT-libs, ist also vielleicht nicht die optimale Lösung für Gnome-Benutzer.
Auch nicht optimal: Das Programm muss ich derzeit mit root-Rechten laufen lassen, da beim Starten vom pppd gemeckert wird:



Betrieb unter Sidux (auf dem T23)

  • Sidux bringt bisher Network-Manager Version 0.6.6 mit, der kann aber noch keine Mobile Broadband Devices
  • UMTSmon kann per apt-get nachinstalliert werden und funktioniert nach anlegen eines Profils sofort

Betrieb unter Eeebubntu 2.0 auf dem Eee-PC 901

Eeebuntu 2.0 setzt auf Ubuntu 8.10 (Intrepid Ibex) auf und bringt somit schon von Haus aus den Network Manager Version 0.7 mit. Ebenso wird der Stick nach dem Anstecken sofort als HSDPA-Modem eingebunden. Anbei die Ausgabe von lsusb:

Bus 001 Device 005: ID 12d1:1003 Huawei Technologies Co., Ltd. E220 HSDPA Modem / E270 HSDPA/HSUPA Modem
Nun kann man neben dem normalen Wired und Wireless Network auch „Mobile Broadband“ beim Network Manager (nm) auswählen. Da dieser für Deutschland nur acht vorgefertigte Profile für die wichtigsten ISPs anbietet ist Tchibo leider nicht enthalten. Aber das Erstellen einer neuen Verbindung ist auch problemlos möglich. Hierzu wird lediglich die zu wählende „Nummer“ (*99#) und der APN (webmobil1) benötigt. Abschließend kann man sich beim ersten Einwählen entscheiden, ob man den erforderlichen PIN jedes mal eingeben will, oder ob dieser im Gnome Keyring gespeichert werden soll.

Betrieb unter Ubuntu 9.04 Netbook Remix (Gnome Desktop)

Funktioniert direkt nach dem Anstecken mit dem NetworkManager. Muss nur noch ein Einwahlprofil angelegt werden. Siehe Einwahldaten.

Betrieb unter Ubuntu 9.10 Netbook Remix (Gnome Desktop)

Funktioniert direkt nach dem Anstecken mit dem NetworkManager. Muss nur noch ein Einwahlprofil angelegt werden. Siehe Einwahldaten.

Betrieb unter Windows XP (SP3)

Beim ersten anstecken meldet der Stick ein USB-CDROM Laufwerk an und möchte die Verbindungssoftware darauf per Autorun starten. Nach der Treiberinstallation Kann über diese Software eine Verbindung hergestellt, oder SMS verschickt und empfangen werden (wichtig für das aufladen des Prepaid-Guthabens!). Die Software misst darüberhinaus das übertragene Datenvolumen. Auch einen Treiber für den micro-SD-Kartenleser bringt das Installationspaket mit.

Sonstiges

mounten der eingebauten Install-CD unter Linux

Unter Windows meldet sich der E160 als CD-ROM Laufwerk (sog. „ZeroCD device“) und startet über Autorun die Installation für Treiber und Einwahlsoftware. Auch unter Linux lässt sich dieses Stück schreibgeschützten Flash-Speichers einhängen. Zur Demonstration hier der Vorgang unter Ubuntu. Beobachtet man /var/log/messages beim anstecken findet man irgendwann diese Zeilen:

Feb 24 12:21:01 eeepc kernel: [  162.299587] scsi 6:0:0:0: CD-ROM            HUAWEI   Mass Storage     2.31 PQ: 0 ANSI: 2
Feb 24 12:21:01 eeepc kernel: [  162.301677] scsi 6:0:0:0: Attached scsi generic sg2 type 5
Feb 24 12:21:01 eeepc kernel: [  162.341889] Driver 'sr' needs updating - please use bus_type methods
Feb 24 12:21:01 eeepc kernel: [  162.371330] sr0: scsi-1 drive
Feb 24 12:21:01 eeepc kernel: [  162.371349] Uniform CD-ROM driver Revision: 3.20
Man beachte sr0. Diese Device-ID kann natürlich abweichen, jenachdem was noch so angesteckt ist oder wie oft man den Stick schon an- und abgesteckt hat. Versucht man jetzt einfach mal sr0 zu mounten:

miq@eeepc:/$ sudo mkdir /mnt/sr0
miq@eeepc:/$ sudo mount /dev/sr0 /mnt/sr0
miq@eeepc:/$ sudo mount /dev/sr1 /mnt/sr0
mount: blockorientiertes Gerät /dev/scd0 ist schreibgeschützt, wird eingehängt im Nur-Lese-Modus
miq@eeepc:/$

Scheint zu klappen. Tatsächlich haben wir nun Zugriff auf den Windows-Treiber und die Einwahlsoftware.

miq@eeepc:/$ cd /mnt/sr0
miq@eeepc:/mnt/sr0$ ls -gotrh
insgesamt 389K
-r-xr-xr-x 1 4,2K 2007-01-20 11:33 Startup.ico
-r-xr-xr-x 1 7,0K 2008-02-19 22:16 ResetDevice.exe
-r-xr-xr-x 1 112K 2008-04-23 23:44 DataCard_Setup.exe
-r-xr-xr-x 1 112K 2008-04-23 23:44 AutoRun.exe
-r-xr-xr-x 1 149K 2008-04-23 23:44 DataCard_Setup64.exe
-r-xr-xr-x 1   45 2008-09-17 19:12 AUTORUN.INF
-r-xr-xr-x 1 1,1K 2008-10-15 12:03 SysConfig.dat
dr-xr-xr-x 1 2,0K 2008-10-16 13:35 Mobile Partner
miq@eeepc:/mnt/sr0$ 

Ziemlich nutzlos das ganze, aber immerhin funktioniert es :)

tchibo_umts_stick.txt · Zuletzt geändert: 2010/12/25 20:55 von miq
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